Die erste Sensation des Studierendenparlamentes 2008 lag bereits vor, als Ende 2007 zur Wahl aufgerufen wurde: Es hatten sich, man glaubt es kaum, mehr Kandidaten zur Wahl gestellt als Sitze vorhanden. Dies ist vorher noch nie geschehen, Parlamentarier sein schien bis dato nicht sonderlich attraktiv. Heute, ein weiteres Jahr später, ist erfreulich festzustellen, dass dieses Interesse weiter gewachsen ist.
Aber wieso?
Auch wenn diese Frage potentiell Thema einer Fallstudie werden könnte, so möchte ich es trotzdem bei einem kurzen Umriss belassen – in eurem Sinne, liebe Leser, allerdings zum Leidwesen der Wissenschaft, die sich diesem hochkomplexen Thema gerne annehmen würde. ?
Bevor ich jetzt wieder abschweife … komme ich schnell auf die Frage zurück: was macht unsere Studenten überhaupt auf unsere Organisation aufmerksam? Eine pessimistische Annahme wäre, sie seien äußerst unzufrieden mit unserer Arbeit und daher gewillt, Änderungen selbst herbeizuführen. Obwohl die Motivation einiger Parlamentarier davon geprägt sein mag, so liegt die Interessensursache wohl eher in der wachsenden Präsenz des StuPas im Campusleben.
Denn über die letzten Jahre hinweg ist unser Portfolio an Aufgaben und Projekten stetig größer geworden. Abgesehen von den zahlreichen administrativen Pflichten haben wir 2008 auch wie gewohnt Freizeitveranstaltungen angeboten. Einige davon stelle ich gerne noch mal vor:
Noch vor dem Jahreswechsel veranstalteten wir erstmalig unsere Poker Night. Inspiriert durch das exquisite Ambiente der Villa Büttner und die beeindruckend professionelle Pokergarderobe der Teilnehmer wurde diese Dezembernacht zu einer sehr schönen Veranstaltung. Neben dem eigentlichen Turnier mit insgesamt 30 Teilnehmern wurden unter tosendem Applaus der zahlreichen Besucher außerdem „Lady“ und „Gentleman“ des Abends gekürt. Aufgrund der positiven Resonanz wird das StuPa 2009 diese Veranstaltung voraussichtlich im Frühling wieder anbieten.
Alle Jahre wieder … möchte man zu unserem Badmintonturnier sagen, bereits zum vierten Mal im Programm. Auch hier hatten 30 Teilnehmer die Chance auf den Wanderpokal. Nach der Gruppenphase folgte eine heiße K.O.-Runde, hier hatten auch die Zuschauer ihren Spaß, sei es durch das Erlebnis beeindruckender Ballwechsel oder aus Schadenfreude. Fazit: Ein harmonisches Turnier, vielleicht gerade wegen der polarisierenden Mischung aus Spaß und Ehrgeiz.
Im April folgte dann der EUFH Soccer Cup, der in Zusammenarbeit mit der DCI ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung wurde wie gewohnt gut angenommen, fruchtige Kost und interessante Preise ließen natürlich gute Leistungen erwarten. Anders als beim Badmintonturnier wurden hier die Teams ausgelost, was zur Verärgerung einiger, man verzeihe mir den Kommentar, übermotivierter Spieler führte. Letztendlich kam jeder auf seine Kosten, bedauerlich war wieder die niedrige Frauenbeteiligung, auch wenn die anwesenden Damen durch Kampfgeist und Ausdauer voll überzeugten.
Mit „Alle guten Dinge sind Drei“… motivierten wir uns immer wieder in Vorbereitung auf den 15. August – das Sommerfest stand an. Nach zwei hässlich verregneten Festen in den Vorjahren bekamen wir 2008 herrlich schönes Wetter – und da ließen die Massen sich nicht lange bitten. Studenten, Mitarbeiter, Dozenten und natürlich Unternehmensvertreter waren zugegen. Auch wenn unser auf gute Nachbarschaft bedachter Herr Professor Lang dies nicht gerne lesen wird: bis tief in die Nacht wurde ordentlich gefeiert. Abgesehen von dem kostenlosen Sektempfang und einigen Teamspielen profitierte die Stimmung auch von dem doppelten Bierkonsum im Vergleich zum Vorjahr. Man munkelt, dies liege auch an der hervorragenden Alkoholverträglichkeit von … *ähm* … ich meine … Hochschulmitarbeitern.
Bereits lange vor dem Sommerfest begann die Planung für unser aufwendigstes Projekt: Greenhornparty 2008 – der Klassiker. Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Besucher stetig gestiegen, zuletzt auf etwa 800. Allein der Vorverkauf überstieg diese Zahl, bedauerlicherweise mussten wir aus Sicherheitsgründen bereits vor Mitternacht die Abendkasse schließen. Drinnen tat dies der Stimmung keinen Abbruch, die Mischung aus elitärem Schlossambiente, Loungebereich und moderner Musik kam super an. Zwischendurch untermalte ein Saxophonist die Beats des Discjockeys. Wer Abwechselung zur Tanzfläche suchte, der zog sich ins ruhigere Restaurant zurück, beobachtete die Menge vom Balkon aus oder fläzte sich auf eines der Sofas im Loungebereich. Ein absolutes Erfolgsrezept, auf das wir stolz sind. Nie zuvor bekamen wir so tolles Feedback, nie zuvor spielte die Musik so lange.
Zum Jahresabschluss griffen wir auf eine Veranstaltung aus früheren Jahren zurück. Da die Geschichte der Kölner Brauhäuser gerade unseren ortsfremden Studenten unbekannt ist, boten wir Anfang Dezember eine Tour in Form einer Rallye durch verschiedene Lokalitäten an. Die Mannschaften schwärmten einzeln durch das Kölner Nachtleben, um sich anschließend zur Auflösung ihrer Recherchen zu treffen. Erfreulicherweise löste diese Veranstaltung auch reges Interesse seitens unserer Austauschstudenten aus, alle waren feucht fröhlich dabei.
Alle genannten Veranstaltungen werden im Jahre 2009 in dieser oder ähnlicher Form wieder im Kalender stehen. Zu erwarten ist, dass unser Portfolio zusätzlich noch ergänzt wird, Vorschläge sind stets willkommen.
Abschließend darf ich sagen: Sei es durch Euer Interesse, Eure Anregungen, Eure Hilfe beim Sommerfest oder Eure Wahlbeteiligung, herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Wir sind stolz auf unsere Arbeit im Jahre 2008, aber letztendlich lebt das Parlament nur durch ein großes Miteinander. Es gilt, sich gegenseitig zu unterstützen. Nicht nur dem StuPa gegenüber, sondern auch gegenüber Mitarbeitern, Dozenten und Hochschulleitung. Zu Beginn unserer Amtszeit standen wir der Hochschulleitung sehr kritisch gegenüber. Nach einigen Monaten der Zusammenarbeit mussten wir uns selbst eingestehen, dass Einsatz und Gesprächsbereitschaft der Herrschaften in der Villa Büttner vorbildlich sind.
Bei all der EUFHorie darf natürlich nicht vergessen werden, dass bestehende Baustellen bearbeitet werden müssen und Perfektion ohnehin nie erreicht wird. In diesem Sinne:
Auf ein erfolgreiches StuPa 2009!